Eine jahrhundertealte, traditionelle Kunstform, die ursprünglich eingesetzt wurde um Kräuter und Pflanzen auf wissenschaftlichen Forschungsreisen im Ausland zu dokumentieren. Die Forscher wurden von einem Zeichner begleitet, der die Pflanzen und Blüten bildlich festhielt. Aus dieser Zeit sind uns viele berühmte Namen bekannt. Alexander von Humboldt, George Förster, Charles Darwin…
Und auch heute noch geht es um die präzise Abbildung der Flora und um eine ästhetische Lösung zweier Gegensätze.
 
Zeichnung und Farbe.
Es geht also auch um Geschmack. Die Zeichnung sollte die Pflanze wie schon erwähnt, präzise wiedergeben und mit Farbe so gestaltet werden, dass sie für das Auge einnehmend ist. Was aber ist Geschmack? Und wie lernt man Geschmack?
 
Dazu ein Zitat von Horaz (65 – 8 v. Chr).
 
” Nicht masse so leicht jedweder sich tafelnder Kunst an, wenn er nicht tief eindrang in der schmaecke Geheimnis”
 
Es ist wohl so, dass es ihn nicht gibt, den! Geschmack (das einzig Wahre).
 
Für die botanische Malerei ist es unabdingbar die Ungeduld zurückzunehmen und ihr nicht sofort die Eigenart aufzuzwingen. Aber gerade dieser Zustand, macht es für manche spontane Wesen! sehr schwer. Also bedeutet dies sich besonders viel Raum zu geben und Fortschritte als solche wahrzunehmen, auch wenn sie noch so klein sind. Was manchmal mühsam sein kann.
 
Kämpferin Kunst
 
Die Kunst, der wir geschworen haben,
Sie liegt von je im “Schützengraben”,
Der uns im Blute steckt, der Geist,
Ist schon im Frieden “eingekreist”
Und wird, wenn er nicht schmeichelnd lungert,
Nach Möglichkeit auch “ausgehungert”.
“Durchhalten” ist des Dichters Wort,
Der nicht um falschen Beifall schnorrt.
Er hat im Kampfe mit der Welt
Sein’ Sach’ auf sich und Gott gestellt.
Sein Schaffen, Glauben, Leiden, Leben
Ist Festung. Losung: Nicht ergeben!
 
 
(  Karl Henckell . 1864 – 1929)
 
Ihr Lieben, ich freue mich auf die Kurse mit euch und auf unsere Reise durch die zauberhafte Blütenwelt!